Pfenniggesellschaft

„Gesellschaft zur Erhaltung und Verwertung der Idee des Pfennigs“

Entstanden ist die Gesellschaft 1970 in einer Frankfurter Apfelweinkneipe. Dort gab Kutscher die ersten Obligationen auf kleinen Zetteln aus. Diese hatten den Nennwert von einem Pfennig und wurden für 7 Pfennige verkauft. Geplant wurde anschließend eine Grafik dieser Aktie. Die Kunst wurde in einem gesellschaftlichen Kontext gesehen. Bei jedem geschaffenen Kunstwerk handelte es sich nicht nur um einen geistigen Wert, sondern es transformierte sich zugleich in eine Ware. Mit ihm konnte gehandelt werden und es wurde mit entsprechendem Geld aufgewogen. Kutscher, der sich zu diesem Zeitpunkt stark mit Grafik auseinander setzte, stellte fest: ”Grafiken drucken ist nichts anderes als Geldscheine drucken, die Druckpresse ist wie eine Gelddruckmaschine”. Das Bild sah er als Aktie, die Künstler als Warenproduzenten von Markenware mit denen man spekulierte. Daraus zog Kutscher die Konsequenzen: ”Wenn ich mich schon in einer Börsen- und Bankenwelt wie Frankfurt befinde und gleichzeitig in einer Kunstwelt bewege, durch die auch der Hauch des Geldes weht,( die sich eben auch transformiert und dadurch auch degradiert), dann kann ich auch direkt gleich Kunst als Aktien herstellen und sie auch direkt als solche deklarieren”. In den ersten Grafiken kombinierte er die Begriffe: Wertpapier und Papierwert miteinander, ausgehend von der Einsicht, daß in dem Augenblick, indem der Wert einer Aktie wegfällt, sie nur noch den Papierwert besitzt. Dieses geschieht sehr schnell und ähnlich verhält es sich auch auf dem Kunstmarkt:z. B. wenn die Kunstmarktpreise zusammenbrechen und der Wert eines Künstlers durch Rückkäufe künstlich vom Galeristen gestützt werden muß. Angebot und Nachfrage müssen in einem gesunden Verhältnis stehen. Die Tatsache, in Frankfurt zu leben, hieß für Kutscher, sich automatisch mit dieser Welt des Kapitals auseinander zu setzten. Er ist einer der ganz wenigen Frankfurter Künstler, der darauf eine künstlerische Antwort gefunden hat. Er analysiert: Das Geldsystem ist nichts anderes als ein Glaubenssystem. Alle Menschen glauben an dieses sensible künstliche System. Kutscher stellt die Verbindung wieder her zwischen den unlösbar verbundenenen separiert erscheinenden Zweigen der Kunst und der Zahlen, auf den alles basiert. Er nahm den kleinsten gemeinsamen Nenner des Geld- und Zahlensystems, den Pfennig als Finanzatom und entdeckt in ihm die gleiche Explosivität und gleiche Sprengkraft wie in einem Atom. Im Pfennig steckt eine ungeheure Kraft. ”Wenn ich den Dingen auf den Grund gehe und sie gleichzeitig als Künstler begreife, kann ich mit diesen Elementen spielen. Was so selbstverständlich und übermächtig erscheint kann ich in Frage stellen. Ich kann es als Glaubenssystem dekorieren. Jeder Banker weiß das, doch er muß sich seriös kleiden und verhalten, damit er glaubwürdig bleibt. Alles basiert auf Absprachen und der Glaubwürdigkeit der Absprachen untereinander. Das liegt ähnlich im Kunstbereich, wenn gewisse Wertigkeiten geschaffen werden. Also gleichen sich diese zwei Bereiche. In der Moderne wurden neue Glaubenssätze geschaffen, vorangegangene Werturteile in Frage gestellt. Solche Dinge entwickeln sich langsam, bekommen aber dann eine gewisse Selbstverständlichkeit bis sie dann selbst wieder in Frage gestellt werden.” Der Pfennig als realer Fakt wird auf die Glaubenssätze und sein System hin untersucht. 

1970 gegründet, in eine künstlerischen Krisenzeit hinein, wird der Materialismus der Zeit in Frage gestellt. Generell, und von Kutscher sehr konkret. Seine Argumente basieren nicht auf Pflastersteinen, die er aus Protest in die Bankenfenster wirft, da man damit keine Glaubenssyteme aufbricht, sondern auf einer poetischen Haltung, mit der er die Dinge in Frage stellt. Transformieren und handeln mit Werten ist generell positiv, kann aber auch zu starken, ungleichen Gewichtungen führen. Man kann eine Identifikation führen und sie gleichzeitig wieder in Frage stellen. Nur so kann sich eine Fortsetzung und eine lebendige Tradition entwickeln. Kutscher nutzte am Anfang die Kneipen und die Gesellschaft zu Gesprächen über Kunst indem er dort seine Obligationen veräußerte. Dabei stand der Spaß am Spiel im Vordergrund, gleichzeitig weckte er aber auch reges Interesse für die Kunst und die Lust an der Erkenntnis. Es engagierten sich im Laufe der Zeit auch Künstlerkollegen, die begriffen, daß Kunst und Geld etwas miteinander zu tun hatten. Die Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Idee des Pfennigs hat heute viele Aktionäre in der Kunstszene. Der Name fand sich schnell: ”Es ging um die Idee des Pfennigs, nicht um den Pfennig selbst, um die Verwertung dieser Idee und dessen Erhaltung. Dabei handelt es sich um einen sehr konzeptuellen Ansatz.”. 1985 wurden die ersten echten Aktien im Rahmen der Ersatzkunst ausgegeben. ”Unterschrieben vom ersten Vorsitzenden Vollrad und vom zweiten Vorsitzenden Kutscher. Beide haben einen relativ guten Kontakt zueinander, müssen manchmal auch gegeneinander arbeiten”. 1970 gab es die ersten Roulettspiele, aus denen sich das Stammkapital der Gesellschaft ergab. Aufgrund dieser positiven Erfahrung ist das Roulette bis heute Bestandteil der Gesellschaft. 1986 war die Gesellschaft aufgrund der hohen Einnahmen auch reif für eine Dividendenausschüttung an der Börse Frankfurts. Ebenfalls aufgrund des großen Aufschwungs der Gesellschaft wurde der Ersatzpalast in der B-Ebene in Frankfurt gebaut. 1987 fand eine Währungsreform statt. 1991 war die erste Jahreshauptversammlung. Dort wurden die Objekte und die Aktivitäten der Firmengeschichte der Gesellschaft präsentiert. Besonderen Wert wird innerhalb der Gesellschaft auf das Fundament, auf die grundlegenden Werte gelegt. Diese werden immer wieder neu getestet und in Frage gestellt. 1993 fand eine Wandelschuldverschreibung statt. Reales und Erfundenes kreuzt sich ständig. ”Manchmal steckt ein wenig Anarchismus, aber seriös, dahinter”. 1995 gab es das 25. jährige Firmenjubiläum. Dieses wurde in der Galerie Kampl gefeiert. Im Anschluß an die Feierlichkeiten beteiligte sich der 1 & 2 Vorsitzende an den Gesprächen über den Namen der neuen Europäischen Währung, indem sie alle wichtigen Finanzminister in Europa anschrieben und den "Euro Pan" vorschlugen. 1996 wurde zudem das Stammhaus gegründet sowie weitere Filialen und 1998 erschien die CD-ROM mit dem "Besuch im Stammhaus"

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G.V.E.I.P.1712 1 Skizze für das Stammhaus

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G.V.E.I.P.1707 Aktionärs Sitze

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G.V.E.I.P.1720 Aktionärs Sitze

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G.V.E.I.P.1723 Aktionspaket

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G.V.E.I.P.1708 Alle Sprechen vom ECU...Wir Nicht !

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G.V.E.I.P.1688 Begebung einer Wandelschuldverschreibung

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G.V.E.I.P.1677 beScheinigung

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G.V.E.I.P.1737 Besuch im Stammhaus

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G.V.E.I.P.1738 Blumenkiste

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G.V.E.I.P.1718 Büroszene

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G.V.E.I.P.1727 Das Große Logo

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G.V.E.I.P.1728 Das kleine Logo

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G.V.E.I.P.1679 Die Jahreshauptversammlung

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G.V.E.I.P.1735 Dividendenausschüttung

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G.V.E.I.P.1690 Doppelbesetzung sog. Bluemler Stuhl

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G.V.E.I.P.1685 Entwicklung und Vorstellung des Prototyps anläßlich der Begebung einer Wandelschuldverschreibung Köln 1992

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G.V.E.I.P.1694 Entwurf für das Große Logo

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G.V.E.I.P.1703 Esel Brick Brick

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G.V.E.I.P.1697 Festraum Skizzen

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G.V.E.I.P.1717 Formentwicklung des Stammhauses

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G.V.E.I.P.1672 Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Idee des Pfennigs - Aktie

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G.V.E.I.P.1726 Gesellschafts Gläser

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G.V.E.I.P.1734 Gründung der Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Idee des Pfennigs

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G.V.E.I.P.1673 Hunderter zum Waschen

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G.V.E.I.P.1719 Inhaber – Optionsschein

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G.V.E.I.P.1676 Joint Venture

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G.V.E.I.P.1696 Jubiläumstorte

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G.V.E.I.P.1675 Jung - Aktie

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G.V.E.I.P.1691 Kneipen Obligation - Ursprungs Aktie

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G.V.E.I.P.1705 Kommunikations Angebot

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G.V.E.I.P.1683 Leit und Leit Währung

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G.V.E.I.P.1682 Logo der Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Idee des Pfennigs.

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G.V.E.I.P.1695 Menü – Entwicklung

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G.V.E.I.P.1680 Pfennig - Batterie

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G.V.E.I.P.1692 Pfennig Bank

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G.V.E.I.P.1689 Pfennig Schrein

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G.V.E.I.P.1711 Plan des Bauwerkes

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G.V.E.I.P.1731 Schuld Klumpen

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G.V.E.I.P.1701 Skizze zum Ausstellungsraum & Liste.

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G.V.E.I.P.1709 Skizze zum Logo

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G.V.E.I.P.1681 Skizzen zum EUROPAN

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G.V.E.I.P.1698 Skizzen zum Jubiläumsfest A/B

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G.V.E.I.P.1716 Skizzen zum Stammhaus – Formentwicklung

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G.V.E.I.P.1713 Stammhaus auf Sockel

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G.V.E.I.P.1736 Stammhaus der Gesellschaft zur Verwertung und Erhaltung der Idee des Pfennigs

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G.V.E.I.P.1714 Stammhaus Skizze – Konstruktion

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G.V.E.I.P.1715 Stammhaus Skizzen

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G.V.E.I.P.1710 Stempelblatt

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G.V.E.I.P.1702 Sterntaler

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G.V.E.I.P.1693 Tisch Skizze für die Jubiläumsveranstaltung

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G.V.E.I.P.1729 Tuch der Gesellschaft

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G.V.E.I.P.1687 Wandelschuldverschreibung

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G.V.E.I.P.1700 Weinetiketten

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G.V.E.I.P.1732 Zeit ist Geld

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G.V.E.I.P.1706 Zwischen Moskau und Ankara

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